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Artengruppe Valeriana officinalis agg.

Zur Bestimmung sind die größten Stängelblätter mit dem längsten Blattstiel und den meisten Fiedern und von diesen die breitesten mit den meisten Zähnen an einer Blättchenhälfte zu untersuchen. Die Behaarung des Stängels wird im unteren Teil geprüft.

Mittlere Stängelblätter mit 2 - 8 Fiederpaaren
höchstens die obersten etwas herablaufend
Endfieder meist breiter als die Seitenfiedern
> 1


Photo und copyright Michael Hassler

Mittlere Stängelblätter mit 6 - 11 Fiederpaaren
meist an der Blattspindel herablaufend
Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern
> 2

 

1       Endfieder breiter als die Seitenfiedern                                     


Kriechender Arznei- Baldrian
(Valeriana excelsa
Poir.)

VII - VIII, Wälder, feuchte Wiesen
                 Reisensburg, Herrnholz
                 Günzburg, Vollmer- See 31.07.2010

Zu den Unterarten

Synonyme:
Ausläufertreibender Baldrian
Valeriana excelsa ssp. procurrens (Wallr.) J. Holub; Valeriana procurrens Wallr.; Valeriana repens Host

English name:
High Valerian

Verbreitung in Deutschland:
Verbreitet Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein; mäßig häufig Franken, Thüringer Wald, Erzgebirge; zerstreut restliches Bayern, Hessen, Niedersachsen; nur Einzelfunde Nordosten und Osten (außer Erzgebirge), O-Niedersachsen 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: R (sehr selten) [Neophyt], Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland
France, 
Belgium

 

 

Pflanze 30 - 160 cm groß
mit ober- oder unterirdischen Ausläufern

Kronröhre 4- 8 mm lang

Frucht 3 - 5,5 mm lang, kahl 

Mittlere Stängelblätter  mit 2 - 8 Fiederpaaren, höchstens die oberen Fiedern etwas herablaufend, Endfieder breiter als die Seitenfiedern, Seitenfiedern elliptisch bis schmal lanzettlich


Photo und copyright Michael Hassler

 

 

2      Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern

Pflanze spätblühend (VII - VIII)
Seitenfiedern +/- elliptisch, 2 - 8 mal so lang wie breit, 
7 - 12 mm breit, gewöhnlich stark und tief gezähnt, 
Frucht kahl, Fruchtstand 15 - 50 cm lang
> 3

Pflanze frühblühend (V - VI)
Seitenfiedern lanzettlich, 3 - 15 mal so lang wie breit, 
2 - 8 mm breit, ganzrandig oder wenig gezähnt
Frucht behaart, Fruchtstand 10 - 30 cm lang
> 4

 

3     Seitenfiedern +/- elliptisch, gewöhnlich stark und tief gezähnt


Echter Arznei- Baldrian
(Valeriana officinalis
L.)

VII - VIII, Wälder, feuchte Wiesen, Bäche, Gräben, Ruderalstellen
                   Günzburg, an der Günz
                   Schwarzenwang
                   Bubesheim, Haage

Synonyme:
Valeriana exaltata J.C.Mikan ex Pohl,
Valeriana nitida Kreyer, Valeriana palustris Wibel, Valeriana wolgensis Kazak., Valeriana grossheimii Vorosch

English name:
Common Valerian

Nom francais:
Valériane officinale

Nome italiano: 
Valeriana comune

Verbreitung in Deutschland:
Flächendeckend verbreitet 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 3 (gefährdet), Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: R (sehr selten), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: evtl. zu erwarten [Neophyt], Sachsen: 3 (gefährdet), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Germany, Austria, Switzerland
Portugal, Spain, Andorra, France, Italy, Sardinia, Bosnia & Hercegovina, Albania, Greece (N- Pindos, N- Central, N- East)
Czech Republic, Slovakia, Turkey, Iran, Armenia, Georgia [Caucasus], Azerbaijan, Northern Caucasus, European Russia, Estonia, Latvia, Lithuania, Belarus, Tibet, Mongolia, China, Taiwan, Tibet, Siberia, Russian Far East (incl. Sakhalin), Japan, North Korea, South Korea, 

Eingebürgert in:
USA*, Canada* Colombia*

Wird auch als Heilpflanze genutzt

 

 

 

Pflanze 60 - 200 cm, wuchtig,
Blütenstand stark verzweigt, 15 - 50 cm lang, Stängel mit 5 - 10 Stängelgliedern

Blüten hellrosa

Frucht kahl

Stängel meist kahl

Mittlere Stängelblätter mit 6 - 11 Fiederpaaren, Fiedern am Stängel herablaufend
Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern

Seitenfiedern 2 - 8 mal so lang wie breit, meist tief gezähnt, mit 3 - 10 Zähnen je Fiederhälfte

Fiederunterseite kahl oder nur auf den Nerven behaart

Längster Blattstiel 2 - 19 cm

 

 

4     Seitenfiedern lanzettlich, ganzrandig oder wenig gezähnt


Wiesen- Arznei- Baldrian
(Valeriana pratensis
Dierb. ex Walter)

V - VI, Wälder, feuchte Wiesen             
             Nördlingen, Goldberg (04.06.2007)
             Ronheim bei Nördlingen (02.07.2011)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Hügel- Arznei- Baldrian
Valeriana officinalis ssp. tenuifolia (Vahl) Schübler & G.Martens (Name in der Flora Iberica und bei Tela Botanica)
Valeriana stolonifera Czern. subsp. angustifolia Soó (Name in der Flora Italiana)
Valeriana wallrothii Kreyer, Valeriana angustifolia Tausch nom illeg.
Valeriana collina nom ileg., Valeriana stolonifera Czern.

English name:
Meadow Valerian, Wallroth's Valerian

Nom francais:
Valériane à feuilles étroites, Valériane de Wallroth

Nome italiano: 
Valeriana di Wallroth

Verbreitung in Deutschland:
Zerstreut Z-Baden-Württemberg, Schwäbische Alb, Saarland, Pfalz, Schleswig-Holstein, Mainfranken, Thüringen, S-Frankenalb, Eifel, Z-Niederbayern; selten restliche Mitte und Süden, SW-Sachsen-Anhalt, Süderbergland; Einzelfunde Sachsen, Brandenburg 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 1 (vom Aussterben bedroht), Brandenburg: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Niedersachsen: 4 (potentiell gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 3 (gefährdet), Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: 3 (gefährdet), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland
Spain, France, Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Albania,
Greece (N- Pindos, N- East)
Czech Republic, Slovakia, Ukraine, Russia, Lithuania

 

 

 

 

Pflanze 50 - 100 cm, einstängelig, frühblühend

Blüten meist hellrosa

Fruchtstand 10 - 30 cm lang, Frucht meist behaart

Stängelblätter  mit 6 - 12 Fiederpaaren, Fiedern am Stängel herablaufend
Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern, Seitenfiedern 3 - 15 mal so lang wie breit