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Baldrian - alle Blätter gefiedert
- Artengruppe Valeriana officinalis agg. -

Der Bestimmungsschlüssel folgt der Publikation "Morphologische Variabilität bei tetraploider Valeriana officinalis s.l. in Deutschland: Valeriana pratensis subsp. franconica" (2016) von  Lenz Meierott & Thomas Gregor

Zur Bestimmung sind die größten Stängelblätter mit dem längsten Blattstiel und den meisten Fiedern und von diesen die breitesten mit den meisten Zähnen an einer Blättchenhälfte zu untersuchen. 

Pflanze meist mehrstängelig, stockbildend, unten oft rötlich, hochwüchsig, Stängel +/- kahl, 
Fiederabschnitte meist stark und tief gezähnt 
> 1

   

Pflanze einstängelig,  Stängel behaart oder kahl
Fiederabschnitte ganzrandig oder gezähnt
> 2

  

 

1      Pflanze meist mehrstängelig, stockbildend, hochwüchsig, Stängel +/- kahl


Arznei- Baldrian
(Valeriana officinalis
L.)

VII - VIII, Wälder, feuchte Wiesen, Bäche, Gräben, Ruderalstellen
                   Burgau, gegenüber Fa. Roma, Bayern ca. 450 m ü.M. (23.06.2021)
                   Gundelfingen, gegenüber Fa. Gartner (29.06.2021)

Synonyme:
Valeriana exaltata J.C.Mikan ex Pohl,
Valeriana nitida Kreyer, Valeriana palustris Wibel, Valeriana wolgensis Kazak., Valeriana grossheimii Vorosch

English name:
Common Valerian

Nom francais:
Valériane officinale

Nome italiano: 
Valeriana comune

Verbreitung in Deutschland:
Flächendeckend verbreitet 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 3 (gefährdet), Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: R (sehr selten), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: evtl. zu erwarten [Neophyt], Sachsen: 3 (gefährdet), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Germany, Austria, Switzerland
Portugal, Spain, Andorra, France, Italy, Sardinia, Bosnia & Hercegovina, Albania, Greece (N- Pindos, N- Central, N- East)
Czech Republic, Slovakia, Turkey, Iran, Armenia, Georgia [Caucasus], Azerbaijan, Northern Caucasus, European Russia, Estonia, Latvia, Lithuania, Belarus, Tibet, Mongolia, China, Taiwan, Tibet, Siberia, Russian Far East (incl. Sakhalin), Japan, North Korea, South Korea, 

Eingebürgert in:
USA*, Canada* Colombia*

Aus der Wurzel von Valeriana officinalis können z.B. mit Ethanol Extrakte gewonnen werden. Die Baldriantinktur wird aus 1 Teil getrockneter Baldrianwurzel und 5 Teilen Ethanol 60 bis 80% hergestellt. Es handelt sich um eine braune Flüssigkeit mit einem typischen Geruch. Baldrian wird hauptsächlich zur Behandlung von Schlafstörungen, bei Unruhe- und Spannungszuständen, Nervosität, Reizbarkeit und bei Prüfungsangst eingesetzt.

 

 

 

Pflanze 60 - 200 cm, wuchtig,
Blütenstand stark verzweigt, 15 - 50 cm lang, Stängel mit 5 - 10 Stängelgliedern

Blütenstand trugdoldig, 

Verzweigungen mit Tragblättern

Blüten stieltellerförmig, hellrosa, zwittrig, it 1 Griffel und 3 Staubblättern

Frucht kahl

Stängel kahl oder mit einigen Haaren, stark gerillt

Mittlere Stängelblätter mit 6 - 9 Fiederpaaren, 
Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern

Fiedern am Stängel herablaufend

Seitenfiedern 2 - 8 mal so lang wie breit, meist tief gezähnt, mit 3 - 10 Zähnen je Fiederhälfte

Fiederunterseite kahl oder nur auf den Nerven behaart

Längster Blattstiel 2 - 19 cm

Stängel an den Knoten meist behaart

Stängel im unteren Teil kahl, oft rötlich

Pflanze meist mehrstängelig, stockbildend, 

 

 

2     Pflanze einstängelig, meist mit unter- und/oder oberirdischenAusläufern, Stängel behaart oder kahl

Pflanze mit oberirdischen Ausläufern, Kronröhre 4 – 8 mm,
mittlere Stängelblätter jederseits mit 2 – 8 Fiedern,
Endfieder meist breiter als die Seitenfiedern, 
> 3


Photo und copyright Michael Hassler

Pflanze ohne oberirdische Ausläufer, Kronröhre 2 - 5 mm,
mittlere Stängelblätter jederseits mit 6 - 12 Fiedern
Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern, 
> 4

 

3       Endfieder breiter als die Seitenfiedern                                     


Kriechender Baldrian
(Valeriana excelsa
Poir.)


Photo und copyright Michael Hassler

VII - VIII, Wälder, feuchte Wiesen
                   Reisensburg, Fehdermähder- Wiese, Bayern, ca. 450 m ü.M. (20.06.2009)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Ausläufertreibender Baldrian
Valeriana excelsa ssp. procurrens (Wallr.) J. Holub; Valeriana procurrens Wallr.; Valeriana repens Host

English name:
High Valerian

Verbreitung in Deutschland:
Verbreitet Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein; mäßig häufig Franken, Thüringer Wald, Erzgebirge; zerstreut restliches Bayern, Hessen, Niedersachsen; nur Einzelfunde Nordosten und Osten (außer Erzgebirge), O-Niedersachsen 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: R (sehr selten) [Neophyt], Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland
France, 
Belgium

 

 

Pflanze 30 - 160 cm groß
meist mit oberirdischen Ausläufern

 

Kronröhre 4- 8 mm lang

Frucht 3 - 5,5 mm lang, kahl 

Stängel meist behaart

Mittlere Stängelblätter  mit 2 - 8 Fiederpaaren, höchstens die oberen Fiedern etwas herablaufend, Endfieder breiter als die Seitenfiedern, Seitenfiedern elliptisch bis schmal lanzettlich


Photo und copyright Michael Hassler

 

 

4     Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern


Wiesen- Baldrian
(Valeriana pratensis
Dierb. ex Walter)

V - VI, Wälder, feuchte Wiesen             
             Nördlingen, Goldberg (04.06.2007)
             Ronheim bei Nördlingen (02.07.2011)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Hügel- Arznei- Baldrian
Valeriana officinalis ssp. tenuifolia (Vahl) Schübler & G.Martens (Name in der Flora Iberica und bei Tela Botanica)
Valeriana stolonifera Czern. subsp. angustifolia Soó (Name in der Flora Italiana)
Valeriana wallrothii Kreyer, Valeriana angustifolia Tausch nom illeg.
Valeriana collina nom illeg., Valeriana stolonifera Czern.

English name:
Meadow Valerian, Wallroth's Valerian

Nom francais:
Valériane à feuilles étroites, Valériane de Wallroth

Nome italiano: 
Valeriana di Wallroth

Verbreitung in Deutschland:
Zerstreut Z-Baden-Württemberg, Schwäbische Alb, Saarland, Pfalz, Schleswig-Holstein, Mainfranken, Thüringen, S-Frankenalb, Eifel, Z-Niederbayern; selten restliche Mitte und Süden, SW-Sachsen-Anhalt, Süderbergland; Einzelfunde Sachsen, Brandenburg 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 1 (vom Aussterben bedroht), Brandenburg: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Niedersachsen: 4 (potentiell gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 3 (gefährdet), Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: 3 (gefährdet), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland
Spain, France, Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Albania,
Greece (N- Pindos, N- East)
Czech Republic, Slovakia, Ukraine, Russia, Lithuania

 

 

 

 

Pflanze 50 - 100 cm, einstängelig, frühblühend

Blüten meist hellrosa

Fruchtstand 10 - 30 cm lang, Frucht meist behaart

Stängelblätter  mit 6 - 12 Fiederpaaren, Fiedern am Stängel herablaufend
Endfieder höchstens so breit wie die Seitenfiedern, Seitenfiedern 3 - 15 mal so lang wie breit