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Familie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
In Deutschland nur 1 Gattung: Stachelbeere/Johannisbeere (Ribes)
Alle Ribes- Arten haben Blüten, die aus Krone und Kelch bestehen. Es werden 4 - 5 Kronblätter und 4 - 5 Staubblätter ausgebildet, wobei die Kelchblätter größer und auffälliger sind als die Kronblätter. Die Blätter sind immer gelappt.

Strauch stachlig
Blüten zu 1 - 3
> 1

Strauch stachellos
Blüten in Trauben
> 2

 

1     Strauch stachlig, Blüten zu 1- 3


Stachelbeere
(Ribes uva- crispa)

IV - V, Auwälder, Gebüsche
             Bernstadt, Fahrradweg Lonetale
             Eselsburger Tal, Erster Felsen
             Lautertal

Anderer Name:
Ribes grossularia

Zu den Unterarten

 

Ribes uva- crispa ist die Stammform der Garten- Stachelbeere. Die Stachelbeere gibt es in vielen 1000 Sorten, mit gelben, roten grünen und weißen Früchten, die alle sehr sauer schmecken

 

 

 

 

Pflanze 60 - 150 cm groß

Zweige stachelig

Blüten zu 1- 3 blattachselständig, hängend, 
Kronblätter +/- so lang wie der Kelchbecher
 Blütenbecher grünlich- rötlich, Fruchtknoten weichhaarig

Beere rundlich, hängend, grün - gelb, oft rötlich überlaufen, zuletzt kahl, wohlschmeckend

Blätter 3 - 5 lappig, unterseits 
(besonders auf den Nerven) behaart

 

 

2     Strauch stachellos, Blüten in Trauben

"Blüten" (= Kelch) goldgelb
Kronblätter rötlich
> 3

"Blüten" (= Kelch) purpurrot, 
Kronblätter weiß oder rosa
> 4

"Blüten" (= Kelch) grünlich oder rötlich,
 Kronblätter winzig
> 5

                                                                                               

3     "Blüten" (= Kelch) goldgelb


Gold- Johannisbeere
(Ribes aureum)

IV - VI, Zierpflanze, Straßenbegleitpflanze
             selten verwildert
             Autobahndamm bei Leipheim

Herkunft:
USA

Wird als Pfropfunterlage für hochstämmige Stachelbeersorten verwendet

 

 

Pflanze 150 - 250 cm groß

Zweige nicht stachelig

Blüten zu 5 - 15

"Blüten" (= Kelchbecher) leuchtend gelb,
mit 5 stumpfen Kelchzipfeln

Kelchbecher goldgelb, kahl, lang röhrig, +/- doppelt so lang wie die aufrechten rötlichen Kronblätter

Beere schwarz, wohlschmeckend

 

Blätter 3- lappig, kahl

 

 

4     "Blüten" (= Kelch) purpurrot


Blut- Johannisbeere
(Ribes sanguineum)

IV - V, Zierpflanze
             Garten Feuerbachstr

Herkunft:
USA

 

 

 

Pflanze 125 - 200 cm groß
bei Blütenaustrieb harzig duftend

Zweige nicht stachelig

Blüten (= Kelchblätter) purpurrot oder rosa 
innere Kronblätter rosa oder weiß, drüsig

Blüten zu 10 - 20

Blütenbecher glockig

Beere behaart, lange haftend, essbar, aber ohne Aroma

oft blau bereift

Blätter 3 - 5- lappig, 

Blätter unterseits graufilzig und drüsig

 

 

 

5     " Blüten" (= Kelch) grünlich oder rötlich

Blätter unterseits mit gelblichen Drüsen
> 6

Blätter unterseits ohne gelbliche Drüsen
> 7

                                                

6     Blätter unterseits mit gelblichen Drüsen


Schwarze Johannisbeere
(Ribes nigrum)

IV - V, Auwälder, Gebüsche, Kulturpflanze
             Günzburg
             Wohlhüter Gartenland
             Botanischer Garten Ulm

 

 

 

 

Pflanze 80 - 150 cm groß
Zweige nicht stachelig

Blüten zu 5 - 10, in hängenden Trauben

Deckblatt kürzer als der Blütenstiel

Blüten zwittrig
Kelch behaart, drüsig punktiert

Beeren zu 5 - 10, schwarz, etwas glänzend, 
kugelig, wohlschmeckend

Blätter 3 - 5- lappig, gezähnt, 
Mittellappen größer als die seitliche Lappen
beim Zerreiben typischer Geruch!

Blätter unterseits mit gelblichen Drüsen 

 

 

7     Blätter unterseits ohne gelbliche Drüsen

Trauben aufrecht oder waagrecht
Deckblatt länger als der Blütenstiel
 Traubenachse drüsig
> 8

Trauben hängend
Deckblatt kürzer als der Blütenstiel
Traubenachse nicht drüsig
> 9

     

8     Trauben aufrecht oder waagrecht, Deckblatt länger als der Blütenstiel


Alpen- Johannisbeere
(Ribes alpinum)

IV - V, Wälder, Gebüsche
             Oberjoch, Moor
             Lautertal, Großer Fels
             Botanischer Garten Ulm
             München, Giesinger Berg

Wird auch als Straßenbegleitgrün verwendet, da die Pflanze Abgase gut verträgt

 

 

 

Pflanze 80 - 200 cm groß

Zweige nicht stachelig, Blütentrauben aufrecht 

Blüten unvollständig zweihäusig d.h. die Blüte ist in ihrer Anlage stets zwittrig, durch Unterdrückung der Staubblattkreise oder der Fruchtknoten, sind diese aber funktionell eingeschlechtig

Deckblatt länger als der Blütenstiel

Männliche Blüten zu 10 - 30, 
in aufrechten drüsigen Trauben

Weibliche Blüten zu 2 - 5, in aufrechten bis waagrechten, drüsigen Trauben

Beeren nur zu 2 - 5, rot, etwas glänzend, 
kugelig, ungenießbar


Die Beeren werden von Vögeln gern gefressen. Es wurde nachgewiesen, dass die Keimfähigkeit der unverdaut ausgeschieden Samen gegenüber den frischen Samen höher ist

Blätter 3 - 5- lappig, gezähnt, oberseits behaart

Blattunterseite glänzend, Blattstiel drüsig

 

 

9     Trauben hängend, Deckblatt kürzer als der Blütenstiel

Kelchbecher glockig, am Rand gewimpert
Griffel basal kegelförmig
> 10 


Photo und copyright Günther Blaich

Kelchbecher flach oder schüsselförmig, kahl
Griffel überall gleich dick
> 11

                                            

10      Kelchbecher glockig, gewimpert 


Felsen- Johannisbeere
(Ribes petraeum)


Photo und copyright Ernst Horak

IV - VI, Wälder, Gebüsche
              Feldberg

Gefährdungsgrad in Deutschland: R
Extrem selten

 

 

Pflanze 100 - 200 cm groß


Photo und copyright Ernst Horak

Zweige nicht stachelig, 
Blüten zwittrig, zu 10 - 30 in hängenden Trauben


Photo und copyright Günther Blaich

Deckblatt kürzer als der Blütenstiel
Traubenachse behaart aber nicht drüsig


Photo und copyright Ernst Horak

Kelchbecher glockig, am Rand gewimpert, 
Griffel basal kegelförmig


Photo und copyright Günther Blaich

Beeren dunkel- purpurrot, säuerlich

Blätter mit 3 - 5 spitzen Blattlappen


Photo und copyright Günther Blaich

 

 

11      Kelchbecher flach oder schüsselförmig, kahl

Blätter meist mit enger, spitzwinkliger Bucht
Staubbeutelhälften durch Konnektiv getrennt
> 12

Blätter mit gerader oder stumpfwinkliger Bucht
Staubbeutelhälften miteinander vereinigt
> 13


Photo und copyright Alexander Mrkvicka

 

12       Staubbeutelhälften durch Konnektiv getrennt


Rote Johannisbeere
(Ribes rubrum)


hier: var. rubrum

IV - V, Auenwälder, Gebüsche
            Günzburg

Unterscheidung zwischen 
Wildform (Ribes rubrum var. sylvestre) und verwilderter Gartenform (Ribes rubrum var. rubrum)

- Wildform:
Blätter glänzend, netzrunzlig
mit Kriechsprossen, Beeren klein

- Kulturform:
Blätter +/- matt, nicht netzrunzlig
ohne Kriechsprossen, Beeren groß
Viele Sorten

 

 

Pflanze 80 - 200 cm groß

Zweige nicht stachelig

 Blüten in langen, hängenden Trauben, mit 10 - 20 Blüten

Blüten zwittrig, Traubenachse nicht drüsig

Kelchbecher flach oder schüsselförmig, kahl
Deckblatt kürzer als der Blütenstiel

Griffel überall gleich dick

Kronblätter winzig (ca. 1 mm groß), 
zwischen den Staubblättern sitzend

Staubbeutelhälften durch Konnektiv voneinander getrennt, mit 5- eckigem Ringwulst zwischen Staubblättern und Griffeln

Beeren rot, seltener weißlich oder gelb

Blätter 3 - 5- lappig
am Grund oft mit spitzwinkliger Bucht

Blattunterseite ohne gelbliche Drüsen, behaart

 

 

13       Staubbeutelhälften vereinigt


Ährige Johannisbeere
(Ribes spicatum)


Photo und copyright Alexander Mrkvicka

IV - V, Auenwälder
            Wittislingen
            Höchstädt

Gefährdungsgrad in Bayern: R
Sehr selten

 

 

Pflanze 80 - 200 cm groß

 Blüten zwittrig, zu 10 - 20
Traubenachse nicht drüsig

Kelchbecher flach oder schüsselförmig, kahl
Deckblatt kürzer als der Blütenstiel

Griffel überall gleich dick, Staubbeutelhälften miteinander vereinigt

Ohne 5- eckigem Ringwulst zwischen Staubblättern und Griffeln

Beeren rot


Photo und copyright Alexander Mrkvicka

Blätter 3 - 5- lappig, am Grund keilig, gerade oder
mit stumpfwinkliger Bucht


Photo und copyright Günther Blaich

 

 

 

 

 

Beeren schwarz, fast stachelbeergroß


Josta- Beere
(Ribes x nidrigrolaria)

 

IV - V, Kulturpflanze
             

Kreuzung aus Stachelbeere (Ribes uva- crispa) und Schwarzer Johannisbeere (Ribes nigrum). Bei einigen Sorten wurde noch die nordamerikanische Art Ribes divaricatum eingekreuzt. Die Josta- Beere ist erst seit 1970 im Handel.

 

 

 

Pflanze 100 - 120 cm groß

Zweige nicht stachelig

Blüten zu 3 - 5

"Blüten" (= Kelch) rot

Beeren , schwarz oder wein- oder dunkelrot, glänzend, 
fast so groß wie Stachelbeeren

Blätter 3 - 5- lappig, gekerbt