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Wolfsmilch- Blätter wechselständig, 3 - 10 mm breit, Drüsenanhängen halbmondförmig
Hüllchenblätter nicht verwachsen, Kapsel warzig

Die typische Form der Blätter ist am besten an sterilen Sprossen entwickelt, welche am Boden von den blütentragenden Sprossen abzweigen und bei gut gedeihenden Exemplaren stets vorhanden sind. Die Blattform kann auch an Stängelblättern blühender Sprosse ein Stück unterhalb der Blütendolde untersucht werden.
Nach: "Vorläufiger Bestimmungsschlüssel von Euphorbia esula, Euphorbia pseudovirgata und Euphorbia virgata (waldsteinii)"
Neuere Erkenntnisse zu den Unterschieden der Sippen finden sich in der Publikation "Euphorbia saratoi (= E. podperae, E. pseudovirgata auct., E. virgata var. orientalis, E. virgultosa) – in Mitteleuropa und Nordamerika ein Neophyt unklarer Herkunft" (2018) von Hans Reichert, Thomas Gregor und Lenz Meierott

Pflanze 15 - 30 cm groß, Scheindolde 10 - 20- blütig,
Hüllblätter gelb, später rot werdend, 
Blätter 1 - 3 mm breit
> 1

Pflanze 30 - 100 cm groß, Scheindolde 7 - 13- blütig,
 Hüllblätter grün oder grüngelb, nicht rot werdend, 
Blätter > 3 mm breit
> 2

 

1       Pflanze 15 - 30 cm groß, Scheindolde 10 - 20- blütig, Blätter 1 - 3 mm breit


Zypressen- Wolfsmilch
(Euphorbia cyparissias
L.)

IV - V, Heiden, Trockenrasen, Ruderalstellen, Wälder (0 - 2600 m)
             Günzburg, Auwald, Bayern, ca. 450 m ü.M. (13.04.2014)

Synonyme:
Esula cupressina S. F. Gray; Esula cyparissias (L.) Haw.

English name:
Cypress Spurge

Nom francais:
Euphorbe petit-cyprès

Nome italiano: 
Euforbia cipressina

Verbreitung in Deutschland:
Weit verbreitet (Nordwesten und Norden zerstreut)

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: Neophyt, Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 3 (gefährdet) [Neophyt], Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: Neophyt, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: Neophyt, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland,
Spain (Barcelona, Castellon, Gerona, Huesca, Lleida), 
France (widespread), Italy (widespread), Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Serbia & Kosovo, Montenegro, Macedonia, Albania, Greece (N- Pindos, N- Central, N- East, N- Aegean Isl.),
Belgium, Netherlands, Czech Republic, Slovakia,  Hungary, Poland, Romania, Bulgaria, Russia, Baltic States, Belarus, Ukraine, Turkey

Eingebürgert in:
*England, *Denmark, *Finland, *Norway, *Russia, *Baltic States, *Crimea, *Sweden, *Australia, *Japan, *USA, *Canada

Etymologie:
- Euphorbia: Euforbos, Leibarzt von König Juba II. von Mauretanien (1. Jh. vor Chr. ), fand eine heilsame Euphorbia
- cyparissias: zypressenähnlich

Bildet mit Euphorbia esula den Bastard Euphorbia x pseudoesula

Die Pflanze wird oft vom Erbsenrost (Uromyces pisi) befallen und sieht dann stark verändert aus:

  

Der Erbsenrost ist auf der Blattunterseite erkennbar:


Photo und copyright Stefan Lefnaer

Auch als Zierpflanze:
'Fens Ruby': Beim Austrieb im Frühjahr mit rotvioletten Blättern

 

 

 

 

 

Pflanze 5 - 50 cm hoch
unverzweigt oder vom Grund an verzweigt

Junge Scheindolde dicht, später mit langen Doldenstrahlen

Scheindolde 10 - 20- strahlig

Unter der Scheindolde mit 0 - 12 fertilen und 3 - 9 nichtblühenden Seitentrieben, 
Blätter der nichtblühenden Seitentriebe sehr schmal, +/- fädlich

Tragblätter rautenförmig, anfangs gelblichgrün, bei älterer Blüten oft rot,
Hüllbecher 2- 3 mm im Durchmesser

Drüsenanhänge mit kurzen Hörnchen, Hüllblättchen oft rot werdend

Innenwand des Hüllbechers kahl


Photo und copyright Dr. Hans Reichert

Septalschuppen (= blättchenähnliche Strukturen im Hüllbecher) kahl oder nur an der Spitze behaart


Photo und copyright Dr. Hans Reichert

Kapseln kugelig, 3 - 4 mm im Durchmesser, schwach gefurcht, 
Fruchtblätter am Rücken dicht granuliert


Photo und copyright Andrea Moro

Samen 1,8 - 2,5 mm lang, 1,4 - 1,7 mm breit, elliptisch, glatt,
Anhängsel 0,2 - 0,5 mm hoch, 0,8 - 1,1, mm breitsitzend, +/- endständig


Copyright Dr. Oliver Tackenberg - iflora, Photo B. Kramer

Stängel kahl,
Mittlere Stängelblätter 1 - 3 cm lang und ca. 2 - 3 mm breit

Nichtblühende Triebe tannenwedelartig zypressenähnlich

 

 

2      Pflanze 30 - 100 cm groß, Scheindolde 7 - 13- blütig, Blätter > 3 mm breit

Blätter oberhalb der Mitte am breitesten
> 3

Blätter unterhalb der Mitte am breitesten, lanzenspitzenförmig
> 4

Blätter überwiegend parallelrandig
> 5

 

3     Blätter oberhalb der Mitte am breitesten


Esels- Wolfsmilch
(Euphorbia esula
L.)

V - VII, Ruderalstellen, Wiesen, Äcker, Ufer
               Kleinsorheim, Feldrand, 520 m ü.M. (02.07.2011)

Bildet mit Euphorbia cyparissias den Bastard Euphorbia x pseudoesula

Synonyme:
Euphorbia pinifolia Lam.,
Tithymalus esula (L.) Hill

English name:
Leafy Spurge

Nom francais:
Euphorbe ésule

Nome italiano:
Euforbia acre

Verbreitung in Deutschland:
Osten zerstreut; sehr zerstreut Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, nördliche Oberrheinebene, selten Franken, Hessen, Einzelfunde Voralpenland, fehlt Baden-Württemberg bis auf Nordwesten 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: V (Vorwarnliste), Bayern: nicht gefährdet, Berlin: nicht gefährdet, Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 2 (stark gefährdet), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: 3 (gefährdet), Sachsen: nicht gefährdet~, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Germany, Austria,  
Portugal, Spain, France, Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Serbia & Kosovo, Montenegro, Albania, Greece, 
Belgium, Netherlands, Czech Republic, Slovakia, Hungary, Poland, Romania, Bulgaria, Baltic States, Crimea, Russia, Belarus, Ukraine, Japan, Korea, China, Tibet, Mongolia, Korea, Kazakstan, Kyrgyzstan, Turkestan, Tajikistan, Uzbekistan, Afghanistan, Iran

Eingebürgert in:
*Switzerland,
*England, *Denmark, *Finland, *Norway, *Sweden, 
*USA, *Canada

Etymologie:
- Euphorbia: benannt nach Euforbos, Leibarzt von König Juba II. von Mauretanien
- esula: Esel

 

 

 

Pflanze bis 80 cm groß

Scheindolde 7 - 20- strahlig, Strahlen 1 - 3- fach dichotom verzweigt
unter der Enddolde mit 0 - 20 fertilen und sterilen achselständien Seitenästen

Hüllblätter nicht verwachsen, rautenförmig, mit Spitzchen
Hörnchen der Drüsenanhänge nicht verbreitert

Innenwand des Hüllbechers mit herablaufenden Haarleisten
Septalschuppen (= blättchenähnliche Strukturen im Hüllbecher) 1,2 mm lang, behaart


Photo und copyright Dr. Hans Reichert

Kapsel tief 3-furchig, kahl, fein runzelig warzig


Photo und copyright Andrea Moro

Samen 2 - 2,5 mm lang, 1,4 - 1,7 mm breit, glatt, eiförmig reif rotbraun
Anhängsel 0,3 - 0,6 mm hoch, 0,7 - 1mm breit, in der Seitenansicht nabelförmig


Copyright Dr. Oliver Tackenberg - iflora, Photo B. Kramer

Obere Stängelblätter linealisch

Mittlere Stängelblätter 3 - 6 cm lang  und 3 - 8 mm breit

größte Breite oberhalb der Mitte

 

 

4       Blätter unterhalb der Mitte am breitesten, lanzenspitzenförmig


Ruten- Wolfsmilch
(Euphorbia virgata
Waldstein & Kitaibel)

V - VII , Ruderalstellen, Wegränder, Ufer
               Haunstetten, Lokalbahn, 490 m ü.M. (17.06.2006)

Synonyme:
Euphorbia esula ssp. tommasiniana (Bertol.) Nyman (Name in der Flora Europaea)
Euphorbia tommasiniana Bertol.

English name:
Slender Leafy Spurge

Verbreitung in Deutschland:
Stabil eingebürgerter Neophyt
Sehr zerstreut Osten, Restgebiet sehr selten bis Einzelfunde 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: D (Datenlage unzureichend), Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 3 (gefährdet), Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 3 (gefährdet), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Sachsen: unbeständig, Sachsen-Anhalt: 3 (gefährdet), Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Spain, Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Serbia & Kosovo
Denmark, Czech Republic, Slovakia, Hungary, Bulgaria, Romania, 
Baltic Republics, Russia, Crimea, Ukraine, Kazakstan, Kyrgyzstan, Tajikistan, Uzbekistan, Turkey, Iran, Iraq, Afghanistan

Eingebürgert in:
*USA, *Canada

Etymologie:
- Euphorbia: benannt nach Euforbos, Leibarzt von König Juba II. von Mauretanien
- virgata: rutenförmig

 

 

 

Pflanze 60 bis 80 cm groß
Scheindolde 7 - 13- strahlig, ältere Exemplare mit vielen blattachselständiegn Blütenständen

Tragblätter der Cyathien rautenförmig, mit Spitzchen
Hörner der Drüsenanhänge keulenartig verdickt (Merkmal kaum feststellbar!)

Mittlere Stängelblätter 4 - 12 cm lang, 4 - 10 mm breit; nicht glänzend

Blätter am Grund mit kurzem Stielchen, schnell breit werdend
 Blätter lanzenspitzenförmig, nur einige parallelrandig

 

 

5       Blätter überwiegend parallelrandig


Falsche Ruten- Wolfsmilch
(Euphorbia saratoi
Ardoino)

V - VII , Ruderalstellen, Wegränder, Ufer
               Deinigen bei Nördlingen, 420 m ü.M. (03.09.2008)

Synonyme:
Schein- Rutenwolfsmilch
Euphorbia esula ssp. saratoi (Ard.) P. Fourn. (Name in der Flora Gallica)
Euphorbia pseudovirgata auct. non (Schur) Soó, 

English name:
Twiggy Spurge, Sarato's Spurge

Nom francais:
Euphorbe de Sarato

Verbreitung in Deutschland:
Selten und lokal Nordosten, Zentrum, Westen (v. a.Leipziger Bucht sowie um Regensburg); fehlt südlich der Donau und im Nordwesten. Derzeit stellenweise in starker Ausbreitung.

Gefährdung in Deutschland:
Bisher noch nicht berücksichtigt

Weltweite Verbreitung:
Czech Republic, Slovakia; Poland, Hungary; Bulgaria; Romania; Turkey; 
Sweden, Baltic States; Ukraine; Uzbekistan, Russia; Crimea;
Afghanistan; Iran; Iraq; Kazakhstan; Mongolia

Eingebürgert in:
*Germany, *Austria, *Switzerland
*Spain; *Italy, *France,
*Belgium, *Denmark

Die Pflanze ist wahrscheinlich ein Art gewordener Bastard aus Euphorbia esula und Euphorbia virgata. 

Etymologie:
- Euphorbia: benannt nach Euforbos, Leibarzt von König Juba II. von Mauretanien
- saratoi: benannt nach César Honoré Sarato (1830 - 1893), Botaniker und Meeresbiologe aus Nizza (Frankreich)

 

 

Pflanze bis 80 cm groß

Scheindolde 7 - 13- strahlig


Photo und copyright Harald Geier

Drüsenanhänge halbmondförmig


Photo und copyright Harald Geier

Hörnchen an ihrem Ende nicht keulenförmig verdickt

Innenwand des Hüllbechers kahl, 
Septalschuppen
(= blättchenähnliche Strukturen im Hüllbecher) 1,7 mm lang, kahl oder nur an der Spitze behaart


Photo und copyright Dr. Hans Reichert

Kapsel tief 3-furchig, kahl, fein runzelig warzig.

Tragblätter rautenförmig, mit Spitzchen

Blätter 4 - 5 mm breit, mit schmalem Grund sitzend, langsam breit werdend, 

fast über die gesamte Blattlänge sind die Blattränder parallelrandig