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Gattung: Lein (Linum)
Die Blüten aller Leinarten bestehen immer aus 
5 Kronblättern, 5 Kelchblättern, meist 5 Staublätter und 1 Fruchtknoten mit 5 Griffeln

Blüten weiß
> 1

Blüten gelb
> 2

Blüten rötlich oder blau
 > 3

                  

1     Blüten weiß


Purgier- Lein
(Linum catharticum)

VI - VII, Halbtrockenrasen
                Reisensburg, Sekundärbrenne
                Hurlach Bahnhof
                Leipheim, Bahngleise

 

 

 

Pflanze 5 - 30 cm groß
Blütenstand locker mit nickenden Knospen

Blüten klein,
Kronblätter weiß, am Grund gelb

Kelchblätter elliptisch

Blätter breit lanzettlich, gegenständig

 

 

2     Blüten gelb


Gelber Lein
(Linum flavum)

VI - VII,  Halbtrockenrasen
                 Heimertingen, Leinhang

Gefährdungsgrad in Baden Württemberg und Deutschland: 2
Stark gefährdet
Gefährdungsgrad in Bayern: 1
Vom Aussterben bedroht

Auch als Zierpflanze kultiviert

 

 

Pflanze 20 - 50 cm

Pflanze im oberen Teil doldig verzweigt

Kronblätter 15 - 20 mm lang, gelb

Kelchblätter eiförmig, lang zugespitzt
mit drüsigem Hautrand

Stängelblätter blaugrün, wechselständig
eiförmig bis lanzettlich, ganzrandig

Blattgrund jederseits mit einer Drüse

Stängel kantig, kahl

 

 

3     Blüten rötlich oder blau

                 Kronblätter rosarot oder karminrot                              Kronblätter hellviolett oder blau
                                         > 4                                                                                      > 5  

                                       
                                                               

4     Kronblätter rosarot oder karminrot

                       Kronblätter rosarot                                                          Kronblätter karminrot
             Stängel und Blätter drüsig bewimpert                                          Stängel und Blätter kahl
                                     > 4.1.                                                                                            > 4.2.

                               

 

4.1.     Kronblätter rosarot


Klebriger Lein
(Linum viscosum)

VI - VII, Halbtrockenrasen
                Königsbrunner Heide
                Hurlacher Heide
                Augsburg, Schießplatzheide
                Schwabstadl
                Kissinger Heide

Gefährdungsgrad in Bayern: 3
Gefährdet
Status in den Bundesländern: 
nur in Bayern vorkommend

 

 

Pflanze 30 - 60 cm

Kronblätter 18 - 25 mm lang, rosarot,
dunkel geadert

Mittlere Stängelblätter 5 - 9 mm breit
eilanzettlich, drüsig bewimpert

Stängel abstehend zottig behaart

 

 

4.2.     Kronblätter karminrot


Roter Lein
(Linum grandiflorum)

VI - VII, Zierpflanze, Ruderalstellen
                Freihalden, Radweg

Anderer Name:
Großblütiger Lein

 

 

Pflanze 30 - 40 cm
in lockeren Doldenthyrsen

Kronblätter dunkel karminrot

Kelchblätter mit drüsigem Rand

Mittlere Stängelblätter, eilanzettlich, 
Stängel und Blätter +/- kahl

 

 

5    Kronblätter hellviolett oder blau

                    Stängelblätter grasähnlich                                                Stängelblätter schmal- linealisch
                                      > 6                                                                                                > 7

                              

 

6      Stängelblätter grasähnlich 


Saat-  Lein
(Linum usitatissimum)

VI - VII,  Kulturpflanze, Bienenweide
                 Günzburg, Apothekergarten Jaud
                 Botanischer Garten Ulm
                 Gundelfingen Mixfeld
                 Freihalden, Fahrradweg
                 Rosshaupten Bienenweide

Der Gemeine Lein wurde zur Gewinnung seiner Bastfaser, des Flachses, aber auch wegen seiner ölhaltigen Samen (Leinöl) angebaut

Heilpflanze des Jahres 2005

 

Pflanze 20 - 100 cm
Blütenstand reich verzweigt, vielblütig

Stängel unverzweigt

Kronblätter 10 - 15 mm lang, meist Himmelblau seltener blassrosa lila oder weiß, Staubblätter blau

Kelchblätter hautrandig, bewimpert
nicht drüsig

Mittlere Stängelblätter grasähnlich,
3 - 4 cm lang

ssp. usitatissimum: (Schließlein = Faserlein)

70 - 100 cm hoch, 
Kapseln bleiben zur Reifezeit geschlossen
zur Gewinnung von Flachs eingesetzt

spp. crepitans: (Springlein = Öllein)

40 - 70  cm hoch, 
Kapseln öffnen sich zur Reifezeit
zur Gewinnung von Leinöl eingesetzt

 

 

7     Stängelblätter schmal- linealisch

                  Blüten blassrosa oder blasslila                                              Blüten hellblau oder blau
           Kelchblätter mit drüsigem Hautrand                                         Kelchblätter am Rand kahl
                                     > 8                                                                                                > 9

                                

 

8     Blüten blassrosa oder blasslila, Kelchblätter mit drüsigem Hautrand


Schmalblättriger Lein
(Linum tenuifolium)

VI - VII,  Halbtrockenrasen
                 Karlstadt
                 Botanischer Garten Heidelberg

Gefährdungsgrad in Bayern und in Deutschland: 3
Gefährdet

 

 

Pflanze 10 - 40 cm
Blütenstand reich verzweigt, vielblütig

Kronblätter 10 - 15 mm lang, 
blassrosa oder blasslila

Kelchblätter lanzettlich, lang zugespitzt
mit drüsigem Hautrand


Photo und copyright Paul Busselen

Mittlere Stängelblätter wechselständig
eiförmig bis lanzettlich, ganzrandig
Stängel kantig, kahl

 

 

9     Blüten hellblau oder blau, Kelchblätter am Rand kahl

Pflanze 5 - 15 cm groß,  1 - 6- blütig
Blüten homostyl
> 10


Photo und copyright Axel Dembinski

Pflanze 30 - 80 cm groß, 5 - 25-blütig
Blüten heterostyl
> 11

 

10     Blüten homostyl


Lothringer  Lein
(Linum leonii)


Photo und copyright Axel Dembinski

VI - VII,  Halbtrockenrasen
                 Einziger Standort:
                 Böttigheim, Landkreis Würzburg
                 am Apfelberg (Baden- Württemberg)
                 und am Neuberg (Bayern)

Gefährdungsgrad 2: Stark gefährdet
In Bayern: Gefährdungsgrad 1: Vom Aussterben bedroht

 

 

 

Pflanze 5 - 15 cm

Stängel zunächst niederliegend, zur Blütezeit dann aufsteigend, zierlich, mit 1 - 6 Blüten

Kronblätter 8 - 14 mm lang, meist  kräftig blau
Staubblätter weiß, 

Blüten homostyl d.h. bei allen  Pflanzen einer Population sind die Staubblätter entweder länger als die Griffel, oder kürzer als die Griffel. Um dieses Merkmal feststellen zu können, müssen verschiedene Pflanzen derselben Art untersucht werden. 


Photo und copyright Axel Dembinski

Die äußeren Kelchblätter sind lanzettlich bis schmal- lanzettlich zugespitzt, die inneren sind länglich-oval bis eiförmig, etwa 3,5 bis 6 mm lang und ebenfalls kurz zugespitzt

Mittlere Stängelblätter linealisch, 
0,5 - 2 mm breit


Photo und copyright Axel Dembinski

 

 

11      Blüten heterostyl

Kapsel 5 - 7 mm lang
Fruchtstiele schräg nach oben abstehend
> 12

Kapsel 3 - 5 mm lang
Fruchtstiele waagrecht abstehend
> 13

                                    

12       Fruchtstiele schräg nach oben abstehend


Ausdauernder Lein
(Linum perenne)

VI - VII,  Halbtrockenrasen
                 Botanischer Garten Tübingen
                 Garchinger Heide (14.08.2010)
                 Darmstadt: Griesheimer Sanddüne

Gefährdungsgrad in Deutschland: 1 
Vom Aussterben bedroht

Auch als Zierpflanze kultiviert

Zu den Unterarten

 

 

Pflanze 30 - 80 cm
Stängel aufrecht, reich verzweigt
mit mehr als 10 Blüten

Kronblätter 15 - 20 mm lang, 
hellblau (aber dunkler als bei L. austriacum)
Staubblätter weiß

 Blüten heterostyl: d.h. bei einigen  Pflanzen sind die Staubblätter länger sind als die Griffel, bei anderen ist es genau umgekehrt. Um dieses Merkmal feststellen zu können, müssen verschiedene Pflanzen derselben Art untersucht werden. 

Hier: Staubblätter länger als die Griffel

Hier: Griffel länger als die Staubblätter

Hier: Griffel so lang wie die Staubblätter

Fruchtstiele schräg nach oben abstehend 
(Winkel: 15 - 55 Grad), Kapsel 5 - 7 mm lang

Mittlere Stängelblätter wechselständig, 
linealisch- lanzettlich, bis 2,5 cm lang 

 

 

13      Fruchtstiele waagrecht abstehend


Österreichischer Lein
(Linum austriacum)

VI - VII,  Halbtrockenrasen
             BG Tübingen
             NSG Poppenholz (Nordbayern) 20.06.2010

             am Apfelberg nördlich von 
             Tauberbischofsheim (Baden- Württemberg)
             Roßbrunn: Vogelberg (Bayern)
            
Böttigheim, Landkreis Würzburg
             (8 km westlich von Würzburg)

Gefährdungsgrad in Deutschland: 2
Stark gefährdet
In Bayern: Gefährdungsgrad 1: 
Vom Aussterben bedroht

 

 

 

Pflanze 30 - 80 cm
Stängel aufrecht, reich verzweigt
mit mehr als 10 Blüten

Kronblätter 15 - 20 mm lang, hellblau bis rötlichblau

Staubblätter weiß, Blüten heterostyl d.h. bei einigen der untersuchten Pflanzen sind die Staubblätter länger als die Griffel, bei anderen ist es genau umgekehrt

Hier: Staubblätter länger als die Griffel

Hier: Griffel länger als die Staubblätter

Fruchtstiele waagrecht abstehend oder zurückgebogen, Kapsel 3 - 5 mm lang

Innere Kelchblätter so lang wie die äußeren Kelchblätter

Innere Kelchblätter spitz

Mittlere Stängelblätter wechselständig, 
linealisch- lanzettlich, bis 2,5 cm lang