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Felsenblümchen - Kronblätter weiß, tief zweispaltig

= Frühere Gattung Hungerblümchen (Erophila) = Draba verna agg.

Die Artenzahl der Artengruppe variiert je nach Florenwerk sehr stark, da durch Selbstbestäubung rein vererbte Linien entstehen, die sich sowohl genetisch, als auch morphologisch unterscheiden. Bestimmungsschlüssel von Wolfgang Bomble 2011: Draba subgen. Erophila in Deutschland- Auf dem Weg zu einer natürlicheren Taxonomie

Stängel oft bis zu den Blütenstielen behaart
Blätter oberseits auf der Fläche meist dicht mit Stern-, Gabel- und einfachen Haaren besetzt
> 1


Photo und copyright Michael Hassler

Stängel kahl, oder nur im unteren Teil bhaart
Blätter oberseits fast kahl
> 6


Photo und copyright Michael Hassler

                                                 

1     Blätter oberseits auf der Fläche meist dicht mit Stern-, Gabel- und einfachen Haaren besetzt

Blätter auf der Oberseite dicht mit feinen Sternhaaren besetzt
Kelchblätter meist rosa, Blätter fast sitzend
> 2

  
Photo und copyright Michael Hassler

Blätter auf der Oberseite mit Gabelhaaren und meist einigen einfachen Haaren besetzt
Kelchblätter meist grün, Blätter spatelförmig
> 3

      

 

2     Blätter fast sitzend


Behaartes Hungerblümchen
(Draba majuscula
(Jord.) Hayek & Wibiral)


Photo und copyright Michael Hassler

III - IV, Lückige Magerrasen, sandige Äcker und Brachen, trockene Ruderalfluren
              Sandhofen (Michael Hassler 17.03.2019)

Synonyme:
Erophila majuscula Jord.
Erophila verna var. majuscula (Jord.) Hausskn., Erophila verna ssp. majuscula (Jord.) Vollm. 

English name:
Hairy Whitlowgrass

Verbreitung in Deutschland:
Bisher unvollständig bekannt. Nachweise liegen aus dem Westen (Niederrhein, Kölner Bucht) und Südwesten (Oberrheinebene) vor, Einzelfunde auch aus Franken. Laut Literatur eine westeuropäisch verbreitete Art.

Gefährdung in Deutschland:
Bisher noch nicht berücksichtigt 

Weltweite Verbreitung:
Germany

Etymologie:
- Draba:
abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- Erophila: griech. er = Frühling; phila = liebend
- verna: Frühling
- majuscula: etwas größer

Chromosomenzahl 2n = 14

Der Artstatus ist umstritten. Oft wird Draba majuscula mit Draba verna synonym gesetzt. Im Rothmaler (2021) ist die Art nicht aufgeführt.

 

 

 

 

Pflanze 3 - 15 cm groß


Photo und copyright Michael Hassler

Kronblätter deutlich weniger eingeschnitten als bei den anderen Kleinarten des Aggregats


Photo und copyright Michael Hassler

Kelchblätter oft rötlich, mit einfachen Haaren und Sternhaaren


Photo und copyright Michael Hassler

Blütenstiele zur Fruchtzeit kahl oder zerstreut behaart
Stängel im oberen Teil bis hin zu den Blütenstielen zerstreut behaart


Photo und copyright Michael Hassler

Schötchen breit elliptisch, 5 - 10 mm lang, 1,5 - 4 mal so lang wie breit

 

Stängel im unteren Teil dicht mit Sternhaaren behaart, Blätter im Austrieb oft grau, dicht mit feinen Sternhaaren besetzt, Blattstiel kurz, höchstens halb so lang wie die Spreite, oberste Blätter meist fast sitzend


Photo und copyright Michael Hassler

 

 

3     Blätter spatelförmig

Schötchen 1,3 - 1,7 mal so lang wie breit
> 4


Photo und copyright Alexander Mrkvicka

Schötchen 2 - 3 mal so lang wie breit
> 5

 

4     Schötchen 1,3 - 1,7 mal so lang wie breit


Spatelblättriges Hungerblümchen
(Drab
a boerhaavii (H. C. Hall) Raus)


Photo und copyright Michael Hassler

III - IV, Lückige Magerrasen, sandige Äcker und Brachen, trockene Ruderalfluren
              Feudenheim, Deutschland (Michael Hassler 17.03.2019)

Synonyme:
Rundfrüchtiges Hungerblümchen
Draba verna var. spathulata (Lang) B. Bock (Name bei Tela Botanica und World Plants),
Draba verna L. subsp. spathulata (Lang) Rouy & Foucaud (Name in der Flora Italiana)
Erophila spathulata Lang, Erophila boerhaavii (H. C. Hall) Dumort., E. decipiens Jord., 
Draba verna subsp. spathulata (Lang) Rouy & Fouc., Draba spathulata (Lang) Jos. Sadler

English name:
Pound- Podded Whitlowgrass

Nom francais:
Drave à feuilles spatulées

Nome italiano: 
Draba primaverile a foglie spatolate

Verbreitung in Deutschland:
z-v Oberrheinebene, Franken, Vogtland; Einzelfunde Pfalz, HE, O-BW, TH, W-SN, S-ST. Im Osten ansonsten ss oder fehlend

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Sachsen: R (sehr selten)

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland
Portugal, Spain, Baleares, 
France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, 
Croatia, Serbia & Kosovo, Bosnia & Hercegovina, Montenegro, Macedonia, Albania, 
Greece (Peloponnes, E- Central, N- Central, N- East, Ionian Isl., E- Aegean Isl., Kiklades)
England, Ireland, Belgium, Netherlands, Denmark, Norway, Sweden, Finland, Island, 
Czech Republic, Slovakia, Hungary, Poland, Romania, Bulgaria, Turkey, Baltic States, Russia
Iran

Etymologie:
- Draba: abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- Erophila: griech. er = Frühling; phila = liebend
- boerhaavii:
benannt nach dem holländischen Botaniker Herman Boerhaave (1668 - 1738)
- sapthulata; spatelförmig

 

 

 

Pflanze 3 - 8 cm groß


Photo und copyright Michael Hassler

Staubbeutel der längeren Staubblätter erreichen die Narbe nicht, 
Kelchblätter kahl oder schwach behaart, meist grün


Photo und copyright Michael Hassler

Schötchen 3 - 4,5 mm lang, eirundlich, 


Photo und copyright Alexander Mrkvicka

Schötchen 1,3 - 1,7 mal so lang wie breit


Photo und copyright Michael Hassler

Stängel im unteren Bereich mit Gabelhaaren besetzt, im oberen Teil kahl
Blätter spatelig, oberseits mit Gabel- und Sternhaaren, einfache Haare als Wimpern am Blattgrund


Photo und copyright Michael Hassler

 

 

5     Schötchen 2 - 3 mal so lang wie breit


Frühlings- Hungerblümchen
(Draba verna
L.)

III - V, Äcker, Trockenrasen, Felsen (0 - 2000 m)
             Eselsburger Tal, Baden- Württemberg, ca. 500 m ü.M. (10.04.2012)

Synonyme:
Erophila verna (L.) Chev., (Name in der Flora Europaea, Flora Iberica, Flora Helvetica)

English name:
Common Whitlowgrass, Spring Draba

Nom francais:
Drave du printemps, Drave printanière

Nome italiano: 
Draba primaverile

Verbreitung in Deutschland:
Weit verbreitet (Süden zerstreut, Alpen und Alpenvorland selten oder fehlend

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: nicht gefährdet, Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, Baleares, 
France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, Malta, 
Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Montenegro, Serbia & Kosovo, Macedonia, Albania, 
Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, S- Pindos, N- Pindos, E- Central, N- Central, N- East, Ionian Isl., W- Aegean Isl., N- Aegean Isl., E- Aegean Isl., Kiklades, Crete)
England, Ireland, Belgium, Denmark, Netherlands, Norway, Sweden, Finland, Iceland, 
Czech Republic, Slovakia, Hungary, Poland, Romania, Bulgaria, Turkey, Cyprus, Crimea, Baltic States, Russia, Ukraine, Iran, Iraq, Israel, Jordania, Lebanon, Syria, Afghanistan, Pakistan, 

Eingebürgert in:
*Australia,  *New Zealand, 
*Canada, *USA, *Chile, *Argentina, 

Etymologie:
- Draba: abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- Erophila: griech. er = Frühling; phila = liebend
- verna: Frühling

Varibelste und häufigste Art. Es gibt Sippen mit sehr starker oder wenig ausgeprägter Behaarung. Die im Rothmaler angeführte Art Draba spathulata sieht Bomble nur als Kleinart von Draba verna.

 

 

 

Pflanze 3 - 15 cm groß

Kronblätter meist über die Mitte eingeschnitten

Kelchblätter behaart

Blütenstiele zur Fruchtzeit kahl oder zerstreut behaart

Stängel bei den stark behaarten Sippen im oberen Teil bis hin zu den Blütenstielen zerstreut behaart

Stängel im unteren Teil dicht mit Gabelhaaren behaart

Schötchen breit elliptisch, 5 - 10 mm lang, 2 - 3 mal so lang wie breit

Blätter spatelförmig, Blattstiel höchstens halb so lang wie die Spreite

Blattfläche elliptisch, ganzrandig oder schwach gezähnt
Blätter auf der Oberseite mit vielen verzweigten Haaren und meist einigen einfachen Haaren besetzt

 

 

6      Blätter oberseits fast kahl

Blattfläche deutlich vom Stiel abgesetzt, 
Schötchen 1,7 - 2 mal so lang wie breit)
> 7

Blattfläche kaum vom Stiel abgesetzt, 
Schötchen 2 - 5 mal so lang wie breit
> 8


Photo und copyright Michael Hassler

 

7      Schötchen 1,7 - 2 mal so lang wie breit


Frühes Hungerblümchen
(Draba praecox
Steven)

III - IV, Magerrasen, Äcker, Brachen, Ruderalstellen, Wegränder (0 - 2400 m)
             Würzburg, Pflaster vor der Residenz, ca. 180 m ü.M. (09.04.2015)

Synonyme:
Draba verna var. praecox (Steven) B. Bock (Name bei Tela Botanica)
Erophila praecox (Steven) DC.

English name:
Early Whitlowgrass

Nom francais:
Drave précoce

Nome italiano: 
Draba primaverile precoce

Verbreitung in Deutschland:
Nachweise aus BW, BY, HE, RP, TH, SN und NW. 
In der Oberrheinebene weit verbreitet und in Siedlungen oft häufiger als Draba verna

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: D (Datenlage unzureichend), Bayern: nicht gefährdet, Brandenburg: evtl. zu erwarten [Neophyt], Hessen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: evtl. zu erwarten [Neophyt], Thüringen: evtl. zu erwartenn 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland
Spain, Baleares, 
France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, 
Slovenia, Croatia, Serbia & Kosovo, Bosnia & Hercegovina, Montenegro, Macedonia, 
Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, S- Pindos, N- Pindos, E- Central, N- Central, N- East, Ionian Isl., W- Aegean Isl., N- Aegean Isl., E- Aegean Isl., Kiklades, Crete)
Bulgaria, Turkey, Cyprus, Crimea, Iran, Lebanon, Syria, Israel, Jordania, 
Morocco, Algeria, Tunisia, Libya

Etymologie:
- Draba: abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- Erophila: griech. er = Frühling; phila = liebend
- praecox: früh

 

 

 

 

Pflanze 3 - 8 cm groß

Schötchen breit elliptisch, 3 - 6 mm lang, abgeflacht, 1,7 - 2 mal so lang wie breit

Blätter länglich, meist etwas spatelig, Behaarung der Blattfläche gering, mehrheitlich aus einfachen Haaren, daneben einzelne Gabelhaare (keine Sternhaare)

 

 

8      Schötchen mehr als 2 mal so lang wie breit


Kahles Hungerblümchen
(Draba glabrescens
(Jord.) Hayek & Wibiral)


Photo und copyright Michael Hassler

III - IV, Ruderalstellen
             Niederstotzingen, Pflasterfugen, 480 m ü.M. (09.04.2010)

Synonyme:
Erophila glabrescens Jord.

English name:
Glabrous Whitlowgrass

Verbreitung in Deutschland:
Bisher unvollständig bekannt, meist s und lokal.

Gefährdung in Deutschland:
Bisher noch nicht berücksichtigt

Weltweite Verbreitung:
Germany,
Great Britain, Ireland, Belgium, Netherlands

Chromosomenzahl 2n = 48 - 56

Etymologie:
- Draba: abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- Erophila: griech. er = Frühling; phila = liebend
- glabrescens: abgeleitet von glaber = kahl

Der Artstatus ist umstritten. Oft wird Draba glabrescens mit Draba verna synonym gesetzt. Im Rothmaler (2021) ist die Art nicht aufgeführt. 

 

 

 

 

Pflanze 3 - 15 cm groß

Stängel vollständig kahl oder nur im unteren Teil mit wenigen Stern- oder einfachen Haaren
Kelchblätter kahl oder mit wenigen, meist einfachen Haaren


Photo und copyright Michael Hassler

Kronblätter höchstens bis zur Hälfte eingeschnitten

Schötchen breit elliptisch, 5 - 10 mm lang, mehr als 2 mal so lang wie breit

Blätter schmal mit langem Blattstiel und kaum davon abgesetzter Blattfläche, Blattfläche fast kahl bis schwach behaart meist glänzend, oft mit leicht sukkulentem Eindruck


Photo und copyright Michael Hassler