Home Nach oben Systematik Bestimmung Familien Fundorte Fachbegriffe Artenverzeichnis Hilfe Saatblumen

Felsenblümchen- Blüten weiß, Kronblätter abgerundet oder ausgerandet, Stängel mit mindestens 3 Blättern

Kronblätter vorne abgerundet
Stängelblätter breit oval, deutlich gesägt
> 1

Kronblätter vorne gekerbt
Stängelblätter lanzettlich, ganzrandig oder gezähnt
> 2


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

 

1      Kronblätter vorne abgerundet, Stängelblätter breit oval, deutlich gesägt


Mauer- Felsenblümchen
(Draba muralis
L.)

V - VIII, Felsen (0 - 1700 m)
                Tremalzo- Pass, Lombardei, Italien, 1664 m ü.M. (31.05.2015)

Synonyme:
Drabella muralis Fourr. (Name bei Flora Italiana)

English name:
Wall Whitlow- Grass

Nom francais:
Drave des murs

Nome italiano: 
Draba dei muri

Verbreitung in Deutschland:
Rheinland-Pfalz zerstreut, selten Oberrheinebene, Kölner Bucht, Weserbergland, Harz und Umgebung, Umg. Bremen; Einzelfunde bei Passau 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: V (Vorwarnliste), Bayern: unbeständig, Hamburg: 0 (ausgestorben), Hessen: 4 (potentiell gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: Neophyt, Niedersachsen: unbeständig, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: 2 (stark gefährdet), Sachsen: 0 (ausgestorben), Sachsen-Anhalt: 4 (potentiell gefährdet), Schleswig-Holstein: unbeständig, Thüringen: 1 (vom Aussterben bedroht) 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland,
Portugal, Spain, 
France, Corsica, Italy, Malta, 
Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Montenegro, Serbia & Kosovo, Macedonia, Albania, Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, S- Pindos, N- Pindos, E- Central, N- Central, N- East), Ionian Isl., W- Aegean Isl., N- Aegean Isl., E- Aegean Isl., Crete, 
Madeira, England, Ireland, Belgium, Denmark, Norway, FSweden, inland, 
Czech Republic, Slovakia, Hungary, Romania, Bulgaria, Turkey, Baltic States, Russia, Crimea, Ukraine, 
Algeria, Morocco

Eingebürgert in:
*Netherlands, *Poland

Etymologie:
- Draba: abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- muralis: Mauer

 

Pflanze 10 - 40 cm hoch
Stängel verzweigt oder unverzweigt, mit mindestens 3 Blättern


Photo und copyright Michael Hassler

Blütenstand meist mit 20 - 80 Blüten
Fruchtstiele fast waagrecht abstehend


Photo und copyright Michael Hassler

Blüten weiß, 2 - 2,5 mm lang, Kronblätter vorne abgerundet

Kelchblätter behaart

Schötchen länglich elliptisch, kahl


Photo und copyright Paul Busselen

Stängel mit Sternhaaren besetzt
Stängelblätter gesägt, breit oval, halbstängelumfassend
untere Blätter rosettig, breit oval, bis 4 cm lang, gesägt, +/- behaart

 

 

2      Kronblätter vorne gekerbt, Frucht kahl oder behaart, im reifen Zustand gedreht

Reife Frucht deutlich gedreht, kahl oder behaart, Griffel +/- so lang wie breit
Obere Blätter meist gezähnt, mit Sternhaaren und einfachen Haaren
> 3


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Reife Frucht kaum gedreht, dicht sternhaarig, Griffel länger als breit
Blätter meist ganzrandig, nur mit Sternhaaren
> 4

 

 

3     Reife Frucht deutlich gedreht, kahl oder behaart, Griffel +/- so lang wie breit, obere Blätter meist gezähnt, mit Sternhaaren und einfachen Haaren


Graues Felsenblümchen
(Draba incana
L.)


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

IV - VIII, Felsen, Kiesufer (0 - 2300 m)
                 Botanischer Garten Tübingen, cult. (Michael Hassler 05.06.2004)

Synonyme:
Draba bernensis Moritzi; Draba confusa Ehrh.; Draba contorta Ehrh.

English name:
Hoary Whitlow Grass

Nom francais:
Drave blanchâtre

Verbreitung in Deutschland:
Sehr selten westliche (Allgäuer) Alpen. Erstnachweis für Deutschland 1997 in den Allgäuer Alpen durch B. Sonnberger (Dunkel 2006). Die Reliktpopulation von 10 bis 20 Pflanzen ist durch Erosion gefährdet (Dörr & Lippert 2001, Mitt. F. G. Dunkel).

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 1 (vom Aussterben bedroht), 
Bayern: 1 (vom Aussterben bedroht)

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Spain (nur Huesca), 
France (Hautes Alpes, Ariege, Hautes-Pyrénées, Pyrénées-Atlantiques)
England, Ireland, Denmark, Norway, Finland, Iceland, Baltic States, Russia, 
Greenland, Canada, USA

Etymologie:
- Draba: abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- incana: aschgrau

In einigen Florenwerken (z.B. Flora Gallica) werden Draba incana und Draba stylaris synonym gebraucht.

 

 

 

 

Pflanze 8 - 35 cm hoch


Photo und copyright  Michael Hassler

Blütenstand meist mit mehr als 20 Blüten


Photo und copyright Michael Hassler

Blüten weiß, zwittrig, 4 Kronblätter, 4 Kelchblätter, 6 Staubblätter, 1 Griffel
Kronblätter vorne gekerbt, Antheren gelb


Photo und copyright Joachim Rheinheimer

Kelchblätter behaart


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Schötchen länglich elliptisch, flach, kahl oder behaart, im reifen Zustand charakteristisch gedreht, aufrecht abstehend, Griffel 0,2 - 0,4 mm lang, ca. so breit wie lang


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Stängel mit 5 - 15 Blättern
mittlere Stängelblätter länger als die Internodien


Photo und copyright Michael Hassler

Stängelblätter gesägt, im unteren Teil auch ganzrandig, 
mit Sternhaaren und einfachen Haaren, u
ntere Blätter rosettig


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

 

 

4      Reife Frucht kaum gedreht, dicht sternhaarig, Griffel länger als breit, Blätter meist ganzrandig, nur mit Sternhaaren


Langgriffliges Felsenblümchen
(Draba stylaris
J.Gay ex W.D.J.Koch)


Photo und copyright Robert Flogaus-Faust

VI, Felsen (900 - 2800 m)
       Saas- Grund, Wallis, Schweiz (Robert Flogaus- Faust 24.06.2009)

Synonyme:
Schweizer Felsenblümchen
Draba thomasii W.D.J. Koch (Name in der Flora Helvetica) 
Draba incana ssp. thomasii (W.D.J.Koch) Nyman (Name in der Österreich- Flora)

English name:
Lance-leaved Whitlow Grass

Nom francais:
Drave à long style

Nome italiano: 
Draba grigia con molti scapi

Verbreitung in Deutschland:
Nur als Zierpflanze

Gefährdung in Deutschland:
Nicht anwendbar

Weltweite Verbreitung:
Austria, Switzerland, 
Italy (Lombardei, Südtirol, Trentino, Venetien)

Etymologie:
- Draba: abgeleitet von griech. drabe = scharf (Samen und Blätter der Pflanze schmecken scharf)
- stylaris: mit langem Griffel
- thomasii: benannt nach den Brüdern Emmanuel Thomas (1788–1859) und Karl Thomas (1793–1885), aus dem Schweizer Kanton Waadt stammende Botaniker

In einigen Florenwerken (z.B. Flora Gallica) werden Draba incana und Draba stylaris synonym gebraucht.

 

 

Pflanze 8 - 20 cm hoch
Stängel einfach oder verzweigt, mit zahlreichen vielstrahligen Sternhaaren


Photo und copyright Robert Flogaus-Faust

Blütenstand meist mit mehr als 20 Blüten
Blüten weiß, zwittrig, 4 Kronblätter 4 Kelchblätter, 6 Staubblätter, 1 Griffel
Kronblätter 2,5 - 4,5 mm lang, vorne gekerbt


Photo und copyright Robert Flogaus-Faust

Schötchen länglich elliptisch, schmal-oval, 5 - 15 mm lang, kaum gedreht, flach, dicht sternhaarig, im reifen Zustand nicht gedreht, aufrecht abstehend, Griffel 0,4 - 0,6 mm lang, länger als breit, auf 2-10 mm langen, aufrechten Stielen

 

Stängel mit 5 - 15 Blättern, mittlere Stängelblätter mit verschmälertem Grund sitzend, ganzrandig, nur mit Sternhaaren, kürzer als die Internodien, grundständige Blätter in einer Rosette, lanzettlich, +/- ganzrandig, kurz gestielt, bis 4 cm lang


Photo und copyright Robert Flogaus-Faust