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Gattung: Feige (Ficus)

Zur Gattung gehören ca. 750 Arten, die vorwiegend in den Tropen verbreitet sind. 
In Deutschland werden neuerdings bedingt winterfeste Sorten der Echten Feige verkauft:


Echte Feige 
(Ficus carica)

V - IX, Kulturpflanze
            Gundelfingen, Wohlhüter Gartenland

Verbreitung:
Häufig kultiviert und auch verwildert im Mittelmeerraum
In Deutschland sind seit Kurzem bedingt winterfeste Sorten ('Bayernfeige Violetta') im Handel, die bis zu - 18 °C Frost ertragen

Man unterscheidet 2 Formen der Echten Feige:
a) Essfeige, var. domestica, 
Die Essfeige besitzt nur langgrifflige weibliche Blüten. Da ihr die männlichen Blüten fehlen, kann sie sich also alleine gar nicht vermehren

b) Bocksfeige, var. caprificus, 
Die Bocksfeige enthält kurzgrifflige weibliche und männliche Blüten. Letztere stehen in der Nähe des Ostiolums. 

Für die Vermehrung benötigt die Echte Feige eine 2 - 3 mm große Gallwespenart (Blastophaga psenes). Die Gallwespenweibchen streifen beim Verlassen der Scheinfrucht die männlichen Blüten, die sich in der Nähe des Ostiolums befinden. Es gibt nun zwei Möglichkeiten:

a) Das Weibchen findet eine Bocksfeige. Nach dem Eindringen in den Blütenstand bestäubt es mit dem mitgebrachten Pollen die Blüten. Mit seinem Legestachel legt es die Eier in die Fruchtknoten der weiblichen Blüten und sorgt so für eigene Nachkommen. Die Fruchtstände der Bocksfeige sind holzig und ungenießbar

b) Das Weibchen findet eine Essfeige und bestäubt die weiblichen Blüten. Da deren Griffel jedoch länger sind als der Legestachel, kann es keine Eier ablegen. Die Fruchtstände der Essfeige entwickeln sich zu den wohlschmeckenden Feigen.

Um in Feigenkulturen die Bestäubung sicherzustellen, werden blühende Bocksfeigenzweige in die Essfeigenbäume gehängt („Caprifikation“). Noch häufiger jedoch werden Sorten kultiviert, die auch ohne vorherige Befruchtung Früchte bilden (= Parthenocarpie)

 

 

 

 

Bis 16 m hoher Baum

Der Blütenstand liegt in einer "Feige"

Die Befruchtung erfolgt über Gallwespen, die über eine Öffnung (= Ostiolum) in die Feige eindringen und dort ihre Eier ablegen


hier rot: Ostiolum

Die geschlüpften Insekten paaren sich noch in der Feige, nehmen den Blütenstaub auf und fliegen zur nächsten Feige, um dort ihre Eier abzulegen, wodurch der Pollen übertragen wird


Photo und copyright Annette Höggemeier annette.j.hoeggemeier@rub.de
hier: Inneres einer Essfeige mit zahlreichen langgriffligen weiblichen Blüten

Schneidet man eine reife Feige längs, sieht man die Steinfrüchte, welche in rotes Fruchtfleisch eingelagert sind

Scheinfrüchte (= Feigen) blattachselständig, 
grün, violett oder bräunlich

Blätter 10 - 20 cm lang, tief 3 - 5- lappig, 
Blattlappen stumpf, gezähnt

Blätter oberseits rau, unterseits weich behaart